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Britta Stamm: Wedding-Planerin im Interview

Seit über 14 Jahren begleitet Britta Stamm Paare auf dem Weg zu ihrer Hochzeit. Im Interview erzählt sie, wie sie zum Beruf der Wedding-Planerin gefunden hat, was sie bis heute daran fasziniert und welche besonderen Werte und Emotionen Hochzeiten für sie ausmachen.

Seit über 14 Jahren begleitet Britta Stamm Paare auf dem Weg zu ihrer Hochzeit. Im Interview erzählt sie, wie sie zum Beruf der Wedding-Planerin gefunden hat, was sie bis heute daran fasziniert und welche besonderen Werte und Emotionen Hochzeiten für sie ausmachen.

Wedding-Planerin dekoriert einen Hochzeitstisch mit üppigem Blumenarrangement in zarten Pastelltönen und Kerzen in hellem, lichtdurchflutetem Raum.
Foto: @candidaandmaxjan

Wie bist du zur Arbeit als Wedding-Planerin gekommen?

„Ich bin inzwischen seit rund 14 Jahren als Hochzeitsplanerin tätig. Mein beruflicher Weg begann mit einer klassischen kaufmännischen Ausbildung in einem Papierwarengroßhandel. Danach war ich mehr als 10 Jahre als Assistentin der Geschäftsleitung in einer Werbeagentur tätig, bevor ich in den Online- und Einzelhandel wechselte. Dort arbeitete ich im Einkauf von Lifestyle-Produkten, übernahm Verantwortung für verschiedene Projekte und sammelte im Rahmen von Urlaubsvertretungen wertvolle Erfahrungen im Trauringgeschäft in Heidelberg. Durch die intensive Kundenberatung von Hochzeitspaaren fand ich schließlich meinen Zugang zum Thema Hochzeit.  Zu dieser Zeit waren Hochzeits-PlanerInnen noch längst nicht so verbreitet wie heute. Das hat mein Interesse an diesem Beruf geweckt. Ich habe angefangen zu recherchieren, mich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und habe schließlich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Seitdem bin ich als Hochzeits- und Eventplanerin tätig.“

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Was fasziniert dich bis heute daran?

Vor allem der positive Vibe. Hochzeiten sind von Natur aus positiv und emotional besetzt – geprägt von Emotionen, besonderen Gesprächen und einer sehr positiven Stimmung. Alle Beteiligten sind in der Regel gut gelaunt, voller Vorfreude. Der Hochzeitstag selbst ist von einer einzigartigen, emotionalen Atmosphäre geprägt. Was mich außerdem bis heute sehr erfüllt, ist der gemeinsame Weg mit den Paaren. Oft begleitet man sie über ein Jahr oder viele Monate hinweg, entwickelt gemeinsam ein individuelles Konzept und darf am Ende erleben, wie all diese Ideen Wirklichkeit werden. Diese Umsetzung zu sehen und zu wissen, dass man Teil dieses besonderen Moments war, macht mich jedes Mal aufs Neue sehr glücklich.“

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Ab welchem Punkt der Hochzeitsplanung entscheiden sich Paare für eine Wedding-Planerin?

„Das ist ganz unterschiedlich. Manche Paare kommen direkt nach dem Heiratsantrag auf mich zu und möchten von Anfang an begleitet werden. Andere starten zunächst selbst mit der Planung, suchen sich eine passende Location, buchen diese und merken dann im weiteren Planungsverlauf, dass sie Unterstützung bei der Umsetzung benötigen. In diesem Fall wenden sie sich meist für die weitere Planung an mich. Es gibt aber auch Paare, die ihre Hochzeit größtenteils selbst organisieren und Teilleistungen in Anspruch nehmen möchten – etwa bei der Gestaltung der Hochzeits-Papeterie. Oder sie buchen mich gezielt als Wedding-Day-Managerin, hier übernehme ich am Hochzeitstag die Koordination und Organisation des Ablaufs.“

Wie gehst du konkret vor, wenn dich ein Paar erstmals kontaktiert?

„Ich melde mich innerhalb von 24 Stunden beim Paar. Das ist mir besonders wichtig. In einem ersten persönlichen Erstgespräch lernen wir uns kennen und klären, ob eine Zusammenarbeit grundsätzlich sinnvoll ist und, ob wir zueinander passen. Stimmt die Basis, folgt im nächsten Schritt ein ausführliches Beratungsgespräch. Kommt es danach zur Buchung, starten wir in die eigentliche Hochzeitsplanung.“

Welche Informationen brauchst du zu Beginn von dem Brautpaar, um sinnvoll planen zu können?

„Zu Beginn benötige ich vor allem klare Infos zu den Eckpfeilern. Dazu gehören das gewünschte Hochzeitsdatum und die Frage, ob dabei eine gewisse Flexibilität besteht, ebenso wie der Wunschort und Locationvorstellungen – in welcher Region, in welchem Land soll die Hochzeit stattfinden. Wichtig sind außerdem eine realistische Gästeanzahl sowie das gesetzte Budget. Darüber hinaus frage ich, was dem Paar besonders wichtig ist und welche No-Gos es gibt. Mich interessiert zum Beispiel, was sie auf anderen Hochzeiten erlebt haben und was ihnen dort nicht so gut gefallen hat oder was sie für ihre eigene Feier auf keinen Fall möchten. Ein weiterer zentraler Punkt ist der Stil der Hochzeit – dabei geht es weniger um konkrete Farben, sondern vielmehr um das gewünschte Gefühl und die Atmosphäre. Was soll die Feier ausstrahlen? Welche Emotionen sollen im Mittelpunkt stehen? Auch die persönliche Geschichte des Paares, die Art der Trauung sowie Inspirationen und Erwartungen an meine Arbeit spielen eine wichtige Rolle. All diese Informationen helfen mir, das Hochzeitspaar realistisch zu beraten, ihre Wünsche besser zu verstehen und mögliche Fehlplanungen von Anfang an zu vermeiden.“

Und wie hilfst du Hochzeitspaaren dabei, ihr Hochzeitsbudget realistisch einzuschätzen?

Das Budget ist ein zentraler Bestandteil der Hochzeitsplanung und wird direkt zu Beginn gemeinsam erarbeitet. Dabei gehen wir jede einzelne Position Schritt für Schritt durch. Ein wichtiger Aspekt ist, dass die Paare auf meine Erfahrung und Expertise vertrauen können. So kann ich realistisch einschätzen, welche Kosten beispielsweise für Fotografie, je nach gewünschter Begleitdauer oder andere Leistungen anfallen. Gleichzeitig behalten wir immer den Gesamtbetrag im Blick. Es geht darum, die Wünsche des Paares mit dem vorhandenen Budget in Einklang zu bringen. Dieser Prozess hilft dabei, klar zu erkennen, was möglich ist und wo Prioritäten gesetzt werden sollten. Oft entscheidet man sich dann bewusst, an einer Stelle etwas zu sparen, um an einer anderen – besonders wichtigen – Position mehr investieren zu können. Mir ist es sehr wichtig, das Budget transparent und nachvollziehbar zu strukturieren. Es wird regelmäßig aktualisiert, sodass das Paar jederzeit weiß, wo es finanziell steht. Wenn im Laufe der Planung zusätzliche Wünsche entstehen, werden diese offen besprochen und bewusst eingeplant. So behalten die Paare stets ein gutes Gefühl und die volle Kontrolle über ihr Hochzeitsbudget.“

Gibt es Punkte, die bei der Hochzeitsplanung besonders häufig vergessen oder unterschätzt werden?

„Oh ja, davon gibt es einige. Ein sehr häufiger Punkt ist das Zeitmanagement sowie die Koordination der DienstleisterInnen am Hochzeitstag. Viele Paare gehen zunächst davon aus, dass sie diese Aufgaben gemeinsam mit FreundInnen oder der Familie übernehmen können. In der Praxis zeigt sich jedoch oft, dass alle Beteiligten damit überfordert sind, was sich schnell auf die Stimmung am Hochzeitstag auswirken kann. Auch eine zu knapp bemessene Vorlaufzeit wird häufig unterschätzt. Manche Paare beginnen zu spät mit der Planung und denken nicht an ausreichende Zeitpuffer – etwa für den Ablauf am Hochzeitstag, das Fotoshooting oder die Zeremonie. Ebenso fehlt oft ein Plan B, insbesondere in Bezug auf das Wetter. Ein Schlechtwetterkonzept sollte immer mitgedacht werden, genauso wie ein Notfallplan für den Ausfall von DienstleisterInnen. Wenn ich DienstleisterInnen empfehle, arbeite ich ausschließlich mit Profis zusammen, die im Ernstfall auch für Ersatz sorgen können – das ist ein sehr wichtiger Punkt. Was ebenfalls häufig vergessen wird, ist das Trinkgeld beziehungsweise eine kleine Aufmerksamkeit für das Servicepersonal als Dankeschön nach der Feier. Darauf weise ich meine Paare immer aktiv hin und nehme es direkt in die Planungsliste mit auf. Darüber hinaus wird oft nicht ausreichend geprüft, ob der geplante Ablauf und das Hochzeitskonzept wirklich zur gewählten Location passen und dort auch umsetzbar sind. Auch der Komfort der Gäste wird manchmal unterschätzt – etwa kurze Wege, unkomplizierte Abläufe oder passende Hotelempfehlungen. Nicht zuletzt werden die Vorteile von Winterhochzeiten häufig übersehen. Dabei bieten sie oft bessere Konditionen, eine größere Auswahl an DienstleisterInnen und eine insgesamt entspanntere Planung. Da vieles im Innenbereich stattfindet, ist man unabhängiger vom Wetter und zudem haben Winterhochzeiten ihren ganz eigenen, besonders romantischen Charme.“

Was sollten Paare unbedingt frühzeitig klären?

„Zuallererst ist es wichtig, ein realistisches Gesamtbudget festzulegen und dabei auch eine finanzielle Reserve für mögliche Extras einzuplanen. Ein weiterer zentraler Punkt ist das Standesamt: Die Auswahl des passenden Standesamts sowie die Organisation der Unterlagen die beim Standesamt eingereicht werden müssen. Bei Wunschterminen sollten auch die Terminreservierungen möglichst früh erfolgen. Wer in einer besonders gefragte Location feiern möchte oder bestimmte Prioritäten hat, sollte ebenfalls zeitnah mit der Suche beginnen und die Buchung fixieren. Gleiches gilt für alle DienstleisterInnen, die dem Paar besonders wichtig sind – etwa Catering, Fotografie, TraurednerInnen oder Entertainment. Ebenso sollte früh geklärt werden, wer welche Aufgaben übernimmt. Auch das Wunschdatum oder ein möglicher Zeitraum spielen dabei eine wichtige Rolle. Hinzu kommen die Art der Zeremonie sowie alle rechtlichen Formalitäten, da manche Ämter längere Bearbeitungszeiten haben können. In beliebten Hochzeitsregionen ist es außerdem ratsam, Unterkünfte für die Gäste frühzeitig zu reservieren. Gerade in Regionen mit vielen gefragten Locations, aber begrenzten Hotelkapazitäten – wie beispielsweise in der Pfalz – kann dies schnell zur Herausforderung werden. Grundsätzlich gilt: Je mehr Punkte frühzeitig geklärt sind, desto entspannter verläuft die weitere Planung und desto weniger Überraschungen gibt es auf dem Weg zur Hochzeit.“

An welcher Stelle kann man sparen?

Mit gutem Gewissen sparen kann man meiner Erfahrung nach bei den Gastgeschenken. Diese waren eine Zeit lang ein großer Trend und sind sicherlich auch heute noch gern gesehen, aber aus meiner Sicht sind sie kein Muss. Das Budget lässt sich an dieser Stelle oft sinnvoller einsetzen, zum Beispiel für die musikalische Begleitung am Hochzeitstag – ein sehr wichtiger Punkt für die Stimmung am Hochzeitstag. Was ich außerdem häufig beobachte, ist, dass Paare im ersten Hochzeitsfieber viele unüberlegte Dekorationsartikel oder kleine Details kaufen, die am Ende gar nicht benötigt werden oder kaum zum Einsatz kommen. Hier lohnt es sich, bewusst zu planen und nicht alles sofort zu kaufen, sondern sich zu fragen, was wirklich zum Gesamtkonzept beiträgt. Der größte Hebel ist mit Sicherheit die Reduzierung der Gästeanzahl.“

Was sind typische Budget-Fallen?

„Typische Budget-Fallen entstehen häufig durch versteckte oder unterschätzte Kosten. Dazu zählen zum Beispiel Nebenkosten in der Location, die im Vertrag nicht genau gelesen oder übersehen werden. Auf der Abrechnung der Hochzeit sorgen diese dann oft für unangenehme Überraschungen. Auch zusätzliche Stunden bei DienstleisterInnen wie FotografInnen, VideografInnen oder DJs werden häufig unterschätzt. Wer hier nicht genau klärt, wie viele Stunden im Angebot enthalten sind und welche Zusatzkosten bei Verlängerungen anfallen, zahlt am Ende mehr als geplant. Ein weiterer Kostenpunkt ist die Floristik – insbesondere dann, wenn keine saisonalen Blumen gewählt werden oder sehr spezielle Wünsche bestehen. Auch Änderungen am Brautkleid werden oft nicht vollständig einkalkuliert. Neben den Anpassungen kommen meist noch Accessoires wie Schuhe, Schmuck oder weitere Styling-Details hinzu, die im ursprünglichen Budget häufig nicht berücksichtigt werden. Ebenso kann eine späte Hotelbuchung teurer werden, während frühzeitige Reservierungen oft bessere Konditionen bieten. Viele Paare gehen außerdem davon aus, dass ein externes Catering günstiger ist als eine Location mit eigener Gastronomie. In der Praxis ist jedoch oft das Gegenteil der Fall, da externe Caterer Personal, Equipment und Logistik mitbringen müssen. Locations mit bestehender Gastronomie sind am Ende häufig die kosteneffizientere Lösung.“

Nach welchen Kriterien wählst du passende DienstleisterInnen für die Hochzeit aus?

„An erster Stelle stehen für mich Erfahrung und Spezialisierung. Es ist wichtig, dass die DienstleisterInnnen ihr Handwerk beherrschen und Erfahrung im Hochzeitsbereich haben. Ebenso entscheidend sind Qualität und Stil. Der Stil des Dienstleisters oder der Dienstleisterin muss zum Gesamtkonzept der Hochzeit passen. Darüber hinaus spielen Zuverlässigkeit und Professionalität eine große Rolle, ebenso wie ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis. Günstig ist nicht automatisch besser, denn Qualität rechtfertigt in vielen Fällen eine bewusste Investition. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Chemie: Die Kommunikation muss stimmen und der Umgang miteinander sollte angenehm und unkompliziert sein. Flexibilität und Teamfähigkeit sind ebenfalls essenziell, da am Hochzeitstag viele Gewerke ineinandergreifen und ein reibungsloses Zusammenspiel entscheidend ist.“

Was macht eine gute Zusammenarbeit zwischen Wedding-PlanerIn und Brautpaar aus?

„Eine gute Zusammenarbeit entsteht vor allem durch Vertrauen und gegenseitigen Respekt. Da man das Brautpaar in der Regel über einen längeren Zeitraum begleitet, entwickelt sich häufig auch eine persönliche und freundschaftliche, sehr vertraute Ebene. Umso wichtiger sind eine offene und ehrliche Kommunikation sowie ein transparenter Austausch. Regelmäßige Updates, klare Strukturen und hilfreiche Tools wie Statusübersichten oder To-do-Listen sorgen dafür, dass das Paar jederzeit den Überblick behält und sich sicher fühlt. Ebenso wichtig ist es, frühzeitig Pufferzeiten und einen Plan B einzuplanen. Ein weiterer zentraler Punkt sind offene Budgetgespräche. Nur wenn realistisch und transparent über Möglichkeiten und Grenzen gesprochen wird, lassen sich spätere Enttäuschungen vermeiden. Eine gemeinsame Timeline schafft zusätzlich Klarheit und Vertrauen. Und nicht zuletzt darf auch der Humor nicht fehlen.“

Wo entstehen erfahrungsgemäß die größten Verzögerungen am Hochzeitstag?

„Verzögerungen können an verschiedenen Stellen auftreten. Ein häufiger Punkt ist die Zeremonie selbst – vor allem dann, wenn der zeitliche Ablauf im Vorfeld nicht genau mit den Rednerinnen und Rednern abgestimmt wurde und unklar ist, wie lange die Trauung tatsächlich dauert. Auch Geplante oder ungeplante Überraschungen von Gästen können schnell zu Verzögerungen führen. Deshalb empfehle ich meinen Paaren immer, mich in den Einladungen als Ansprechpartnerin für Überraschungen zu nennen, damit diese gut eingeplant werden können. Ein weiterer sensibler Bereich ist das Getting-ready. Wenn hier etwas nicht wie geplant funktioniert, kann sich der gesamte Zeitplan verschieben. Mit einem vorher vereinbarten Probetermin lassen sich solche Verzögerungen gut vermeiden. Auch das Wetter spielt eine große Rolle – insbesondere bei Sommerhochzeiten mit Outdoor-Trauungen oder -Feiern. Zwar werden Alternativen wie Zelte oder Schirme meist im Voraus organisiert, dennoch möchte man diese auf Fotos oft möglichst vermeiden. In solchen Fällen entscheiden wir häufig sehr kurzfristig, ob sie wirklich benötigt werden. Manchmal reicht es auch, bei einem kurzen Regenschauer einfach einige Minuten abzuwarten, bis alles wieder trocken ist. Grundsätzlich gilt: Mit einer guten Planung und klaren Absprachen lassen sich größere Verzögerungen meist vermeiden. Unvorhersehbare Faktoren wie das Wetter lassen sich zwar nicht beeinflussen, können mit einem durchdachten Plan B und einem professionellen Wedding Day Manager vor Ort aber gut abgefedert werden.“

Wie gehst du mit unvorhergesehenen Situationen oder spontanen Planänderungen vor?

„Solche Situationen kommen tatsächlich sehr selten vor. Dennoch lässt sich das nie vollständig ausschließen. Ein Beispiel: Bei einer Hochzeit war ein Oldtimer als Hochzeitsauto gebucht. Bei eigenwilligen Oldtimern kann es vorkommen, dass sie zum gewünschten Zeitpunkt nicht anspringen. Der Dienstleister hat mich sofort informiert, mir aber gleichzeitig die Sorge genommen und erklärt, dass ein identisches Modell in einer anderen, sogar noch schöneren Farbe bereits bereitsteht, getankt wird und direkt losfährt. Genau deshalb ist mir die Zusammenarbeit mit professionellen und erfahrenen DienstleisterInnen so wichtig. Sie reagieren lösungsorientiert und behalten die Ruhe, anstatt in Panik zu geraten. So entstehen für mich keine hektischen Situationen, sondern schnelle, pragmatische Lösungen. Sollte dennoch etwas angepasst werden müssen, kommuniziere ich offen, aber ruhig mit dem Brautpaar. In diesem Fall habe ich ihnen kurz gesagt, dass statt des goldenen Oldtimers ein weißer Mercedes kommen wird – für das Paar war das völlig in Ordnung und kaum der Rede wert. Die Paare wissen in solchen Momenten, dass sie gut aufgehoben sind und sich auf mich verlassen können. Genau dieses Vertrauen sorgt dafür, dass selbst spontane Änderungen entspannt und ohne Stress gelöst werden.“

Was ist deine wichtigste Aufgabe am Hochzeitstag selbst?

„Meine wichtigste Aufgabe ist es, in erster Linie Ansprechpartnerin für das Brautpaar zu sein. Mir ist sehr wichtig, dass für sie alles reibungslos läuft, sie sich wohlfühlen und ihren Tag in vollen Zügen genießen können. Darüber hinaus bin ich auch Ansprechpartnerin für die Hochzeitsgäste und alle DienstleisterInnen. Ich koordiniere die Abläufe und sorge dafür, dass alle Gewerke am Hochzeitstag optimal zusammenarbeiten. Grundlage dafür ist ein detaillierter Ablaufplan, der im Vorfeld sorgfältig vorbereitet wird. So wissen alle Beteiligten genau, was wann passiert. Mein Ziel ist es, dass der Tag für das Brautpaar entspannt, stimmig und kurzweilig verläuft.

Welche Hochzeitstrends beobachtest du aktuell?

Aktuell geht der Trend deutlich in Richtung kleinere Feiern und rein standesamtlicher Trauungen. Das betrifft zwar nicht alle Paare, aber viele entscheiden sich bewusst für einen reduzierten Rahmen. Parallel dazu gibt es weiterhin mehr freie Trauungen und weniger kirchliche Zeremonien – ein Trend, der sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet hat und nach wie vor anhält. Auch sogenannte Tiny Weddings sowie Destination Weddings sind weiterhin sehr gefragt. Diese Hochzeiten finden meist im kleineren Kreis statt und legen den Fokus stärker auf das gemeinsame Erlebnis. Passend dazu gewinnt Live Painting auf Hochzeiten zunehmend an Bedeutung: Während der Feier entstehen vor Ort individuelle Illustrationen der Gäste, die als persönliche Erinnerung mit nach Hause genommen werden dürfen. Ein weiteres wichtiges Thema ist Nachhaltigkeit. Für mich spielt dieser Aspekt schon lange eine Rolle – insbesondere durch die bewusste Auswahl regionaler DienstleisterInnen. Ich empfehle Paaren, Anbieter aus der näheren Umgebung zu wählen, um lange Anfahrtswege zu vermeiden, sofern kein zwingender Grund für eine weitere Anreise besteht. Die meisten Paare stehen diesem Ansatz sehr offen gegenüber. Darüber hinaus beobachte ich eine klare Abkehr von klassischen, festgefahrenen Abläufen. Viele Paare wünschen sich eine individuellere Art zu feiern und brechen bewusst mit traditionellen Strukturen. Neben diesen Entwicklungen spielen natürlich auch Farbtrends, Stilrichtungen und neue Hochzeitskonzepte weiterhin eine große Rolle.“

Welche Momente berühren dich bei Hochzeiten immer wieder aufs Neue?

Für mich sind die Trauungen jedes Mal die emotionalsten Momente einer Hochzeit. Genau darum geht es an diesem Tag – das sage ich meinen Paaren auch immer. Dieser Moment verdient besondere Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Besonders berührend wird es, wenn sich die Paare während der Zeremonie ein persönliches Treueversprechen geben. Da kullern auch bei mir regelmäßig die Tränchen – das gehört einfach dazu. Was mich außerdem immer wieder tief bewegt, ist zu sehen, wie glücklich und entspannt meine Paare an ihrem Hochzeitstag sind. Wenn sie ihren Tag genießen können und ganz bei sich sind, ist das für mich mindestens genauso berührend.“

Gab es eine Hochzeit, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

„Eine Trauung ist mir ganz besonders im Gedächtnis geblieben: Dabei wurden die Trauringe von einem Weißkopfseeadler eingeflogen. Hinter diesem Moment steckte eine sehr berührende Geschichte. Der Vater des Bräutigams stammte aus den USA und war leider bereits verstorben. Der Bräutigam wünschte sich dennoch, einen Teil seines Vaters symbolisch bei sich zu haben. Da der Weißkopfseeadler das Wahrzeichen der USA ist, entstand die Idee, die Ringe auf diese Weise überbringen zu lassen. Ich habe daraufhin intensiv recherchiert und mich auf die Suche nach einer passenden Umsetzung gemacht. Am Ende hat alles unglaublich gut funktioniert: Der Adler flog aus mehreren hundert Metern Entfernung direkt zur Trauung, durch den Mittelgang bis zum Brautpaar und landete beim Bräutigam auf dem Arm. Der Trauzeuge nahm anschließend die Ringe aus dem kleinen Säckchen, das am Adler befestigt war. Nach einem Zeichen seines Trainers flog der Adler wieder davon. Dieser Moment war nicht nur spektakulär, sondern vor allem emotional unglaublich stark – eine wunderschöne Art, die Geschichte und Erinnerung an einen geliebten Menschen in die Trauung einzubinden.“

Welchen Rat gibst du Paaren, die gerade mit der Hochzeitsplanung starten?

„Zunächst sollten sich Paare darüber klar werden, was sie sich wirklich wünschen und und welches Gefühl dieser Tag vermitteln soll.  Es ist wichtig, erst die großen Eckpunkte festzulegen und sich danach den Details zu widmen. Häufig passiert es umgekehrt – man verliert sich in Kleinigkeiten, bevor der grobe Rahmen steht. Außerdem rate ich dazu, Prioritäten zu setzen und bewusst auf Qualität zu achten. Preise zu vergleichen und das Preis-Leistungs-Verhältnis im Blick zu behalten ist sinnvoll, aber Qualität sollte immer vor Quantität stehen. Weniger ist oft mehr – besonders beim Stil und bei dekorativen Details. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, frühzeitig ExpertInnen einzubeziehen. HochzeitsplanerInnen, FotografInnen oder auch Locations sollten möglichst früh kontaktiert werden, um die WunschdienstleisterInnen rechtzeitig buchen zu können. Ebenso wichtig ist ein realistischer Zeitplan mit ausreichend Puffern, damit die Planung entspannt bleibt und in den letzten Wochen keine Panik entsteht. Paare sollten außerdem früh klären, wer welche Entscheidungen trifft und welche Aufgaben von Eltern, TrauzeugInnen oder anderen Angehörigen übernommen werden. Dabei ist es wichtig, offen zu kommunizieren und sicherzustellen, dass sich niemand überfordert fühlt. Und nicht zuletzt: die Vorfreude bewusst genießen. Die Planungszeit ist ein besonderer Abschnitt und sollte als solcher wahrgenommen werden.“

Hast du einen bestimmten Stil, den du auf Hochzeiten verfolgst?

„Ja, meine persönliche Vorliebe liegt ganz klar im Fine-Art-Stil. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich Hochzeiten mit anderen Stilrichtungen ablehne – im Gegenteil, ich bin grundsätzlich offen für viele Konzepte. Dennoch fließt mein eigener Stil immer ein Stück weit in meine Arbeit ein und verleiht jeder Hochzeit eine persönliche Handschrift. Die Paare, die sich für eine Zusammenarbeit entscheiden, haben meist bereits ein Gefühl dafür, was sie erwartet. Der Fine-Art-Stil steht für eine bewusste Gestaltung mit sanftem Licht, pastelligen Farben und viel Liebe zum Detail. Er vermittelt eine zeitlose, elegante Atmosphäre – genau das entspricht meiner persönlichen Handschrift.“

Gibt es besondere Konzepte, für die du stehst?

„Meine Konzepte sind immer maßgeschneidert und entstehen aus der persönlichen Geschichte des Brautpaares. Das ist mir besonders wichtig. Dabei fließen Lieblingsfarben, persönliche Rituale, prägende Erlebnisse und natürlich auch die Atmosphäre der Location mit ein. Manchmal geben die Architektur und Historie einer Location den gestalterischen Rahmen vor, manchmal steht die individuelle Story des Paares im Mittelpunkt, die dann in einer passenden Umgebung umgesetzt wird. Bei Blumen lege ich großen Wert darauf, dass die Farben im Vordergrund stehen und wirken können. Ich arbeite gern üppig und bewusst reduziert im Grün, damit die Blüten ihre volle Wirkung entfalten. Viele beschreiben diesen Stil als eine Art „Bridgerton-Vibe“ – ein Begriff, den ich selbst nicht aktiv verwende, der mir aber häufig gespiegelt wird. Grundsätzlich arbeite ich nie ohne ein ganzheitliches Hochzeitskonzept. Für mich ist es essenziell, dass alles ineinandergreift und stimmig ist: Design, Farben, Ablauf, Floristik und auch die Outfits des Brautpaares. Natürlich immer in enger Abstimmung mit den Paaren – genau das erwarten sie auch von mir. Meine Arbeit umfasst dabei das gesamte Konzept: vom Design über die Auswahl und Koordination der DienstleisterInnen bis hin zur Ablaufregie am Hochzeitstag. Alles soll eine klare Linie haben und harmonisch zusammenpassen. Ich mag außerdem gern etwas ungewöhnlichere Abläufe, wie zum Beispiel eine sogenannte All-Day-Celebration. Dabei beginnt die Stimmung schon früh, es wird bereits beim Empfang getanzt und gefeiert – ohne darauf zu warten, dass die Tanzfläche erst spät am Abend eröffnet wird. So kann der Tag von Anfang an lebendig und ausgelassen sein. Dieses Konzept habe ich auch bei meiner eigenen Hochzeit umgesetzt und erlebt, wie gut es funktionieren kann. Ziel ist es, eine Feier zu gestalten, bei der niemand nur sitzt und wartet, sondern den Tag aktiv, leicht und voller Energie genießt.“