Hochzeits-Planerinnen sprechen Klartext – Teil 1
Redakteurin Ulrike traf auf der diesjährigen Monara Conference in München zahlreiche talentierte und engagierte Hochzeitsplanerinnen und stellte genau die heiklen Fragen, die sich viele Hochzeitspaare stellen, aber nicht zu fragen trauen.
Redakteurin Ulrike traf auf der diesjährigen Monara Conference in München zahlreiche talentierte und engagierte Hochzeitsplanerinnen und stellte genau die heiklen Fragen, die sich viele Hochzeitspaare stellen, aber nicht zu fragen trauen.
„Wie sagen wir unseren Gästen freundlich, dass sie keine Fotos online stellen sollen?“
„Viele Paare wünschen sich einen intimen Moment ohne Social Media und das wird gerade in der heutigen Zeit immer präsenter. Sprecht diesen Wunsch frühzeitig und wertschätzend an. Eine schöne Formulierung wäre beispielsweise: ‚Wir möchten unsere besonderen Momente ganz bewusst genießen und bitten euch, während der Feier auf das Teilen von Fotos zu verzichten. So können wir alle den Tag ungestört erleben.‘ Oft hilft auch vor Ort ein kurzer Hinweis, freundlich formuliert und klar kommuniziert.“
Pinkdot Unique Weddings
Wedding Guide experts
Suchen in HochzeitsplanerEchte Geschichten. Echte Emotionen.

„Wie reagiert man als Hochzeitsplanerin, wenn ein bewusst nicht eingeladenes Elternteil unangekündigt zur Hochzeit erscheint?“
„In solchen Situationen ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Bereits im Vorfeld kläre ich gemeinsam mit dem Paar mögliche familiäre Spannungen und definiere klare Abläufe sowie Verantwortlichkeiten. Am Hochzeitstag wird der Empfang aufmerksam begleitet, sodass ein unangekündigtes Erscheinen früh erkannt wird. Vor Ort agiere ich dann ruhig, diskret und lösungsorientiert. Oft übernimmt eine Vertrauensperson die Ansprache, um das Paar zu schützen und die Situation unauffällig zu klären.“
Moments by Diane – Events
„Wie kommuniziere ich einen Dresscode?“
„Einen Dresscode zu kommunizieren, sollte als liebevolle Hilfestellung für eure Gäste gelten. Erklärt in der Einladung oder auf eurer Hochzeits-Website offen, in welchem Stil und Farbkonzept ihr feiert und dass ihr euch passende Garderobe wünscht. Beschreibt ihn, zeigt ihn als Inspirationsboard oder besonders stilvoll: legt einen Visual Dresscode Guide als Aquarellzeichnung der Einladung bei. So fühlt sich jeder Gast abgeholt und läuft nicht Gefahr, in einem edlen Creme-Gold-Konzept im roten Sommerkleid dazustehen.“
Dream Planning
„Wir möchten nur Geldgeschenke. Wie sagen wir es unseren Gästen?“
„Grundsätzlich entscheiden sich heute viele Paare weniger für materielle Dinge, sondern für Erlebnisse und Erinnerungen. Was ich meinen Paaren immer sage: Gäste möchten geben – aber sie möchten sich dabei gut fühlen. Entscheidend ist dabei nicht, was gewünscht wird, sondern wie es kommuniziert wird. Es sollte niemals wie eine Bitte um Geld wirken, sondern vielmehr wie eine Einladung, Teil einer gemeinsamen Vision zu werden. Sobald Geld emotional aufgeladen wird, verliert es jede Unromantik.“
Kerry Howard Wedding Planning & Event Design
„Wir möchten keine Spiele und keine Reden auf unserem Fest!“
„Die Wünsche des Paares stehen immer im Mittelpunkt! Daher kommuniziere ich ihre Haltung stilvoll und wertschätzend, etwa über die Einladung oder durch dezente Hinweise am Hochzeitstag. Zudem nehme ich im Vorfeld gezielt Kontakt zu den engsten Vertrauten auf, um diesen Wunsch klar zu platzieren. Ich setze alles daran, damit ein Ablauf entsteht, wie es sich das Paar wünscht.“
Atelier Fava
„Dürfen Eltern mitentscheiden, wenn sie die Hochzeit finanzieren?“
„Finanzielle Unterstützung bedeutet nicht automatisch ein Mitspracherecht zu haben. Eine Hochzeit ist kein Gemeinschaftsprojekt. Wünsche der Eltern dürfen zwar Raum haben, entscheidend ist jedoch, dass sie nicht zur Erwartung werden. Sobald Beiträge an Bedingungen geknüpft sind, verliert der Tag für das Brautpaar seinen Zauber. Daher meine klare Empfehlung: Definiert früh, welche Rolle Unterstützung für euch spielt. Echte Großzügigkeit zeigt sich, wenn die Vision des Paares respektiert wird. Alles andere ist kein Geschenk, sondern Einflussnahme.“
Atelier Aurea
„Was können Paare tun, wenn ihr Budget nicht zu ihren Vorstellungen passt?“
„Dieses Gefühl kennen viele Paare – und es ist völlig normal. Entscheidend ist nicht, alles möglich zu machen, sondern die richtigen Prioritäten zu setzen. Oft entsteht die Diskrepanz, weil Vorstellungen aus vielen einzelnen Eindrücken bestehen, aber kein klares Gesamtkonzept dahinterliegt. Genau hier setze ich an: Wir definieren gemeinsam, was wirklich den größten emotionalen Wert hat – und worauf bewusst verzichtet werden kann. Ein gut geplantes Budget bedeutet nicht weniger Qualität, sondern eine klare Fokussierung. So entsteht am Ende eine Hochzeit, die sich stimmig und hochwertig anfühlt – ohne Kompromisse an den entscheidenden Stellen.“
Nadja Kögel Wedding & Event Planer
„Sollten sich die Gäste verabschieden oder einfach gehen?“
Ich empfehle, auf persönliche Verabschiedungen zu verzichten. Gerade bei größeren Hochzeiten summiert sich das schnell und unterbricht oft die Leichtigkeit der Feier. Kommuniziert vorab, zum Beispiel in einer Rede, dass sich niemand extra verabschieden muss und jederzeit gehen darf. So bleibt der Fokus auf dem gemeinsamen Feiern und alle gehen mit einem guten Gefühl. Ein persönliches Dankeschön oder eine Verabschiedung findet am nächsten Tag beim Frühstück oder später in einer Nachricht einen stimmigen Rahmen.
La Alegría Wedding & Event
„Was tun, wenn sich ein Gast danebenbenimmt?“
„Es hängt natürlich immer von der Situation ab. Ist es, weil jemand betrunken ist oder, weil er im Allgemeinen schon sehr durch sein Verhalten auffällt. Grundsätzlich frage ich meine Brautpaare schon vor der Hochzeit, ob es Gäste gibt, die auffällig werden könnten, um schon im Vorfeld Bescheid zu wissen. Sollte sich ein Gast danebenbenehmen, ist vor allem Diskretion entscheidend. Ich kläre solche Situationen unauffällig im Hintergrund. Oft über eine Vertrauensperson aus dem Umfeld. Ziel ist es, die Stimmung für das Brautpaar zu schützen, ohne zusätzliche Aufmerksamkeit zu erzeugen.“
Feines Hochzeitsatelier
„Wie gelingt der Übergang zur After-Wedding-Party?“
„Der Übergang gelingt nicht zufällig und schon gar nicht mit einer Spotify-Playlist. Nach einem emotionalen, oft langen Hochzeitstag brauchen Gäste einen klaren Energie-Shift. Professionelle Musiker oder ein erfahrener DJ spüren die Stimmung, bauen Spannung auf und führen die Gesellschaft bewusst vom Dinner in die Party. Wer hier spart, riskiert einen Bruch im Ablauf. Eine ausgelassene Feier entsteht, wenn Timing, Atmosphäre und Musik perfekt zusammenspielen.“
Justina Weddings
www.hochzeitsplanung-schweinfurt.de
„Muss es Gastgeschenke geben?“
„Gastgeschenke sind kein Muss. Eine kleine Aufmerksamkeit ist schön, sollte aber im besten Falle nicht nur dekorativ, sondern auch sinnvoll sein. Viel schöner ist es, Gastgeschenke funktional einzubinden, zum Beispiel als Teil des Sitzplans: ein personalisiertes Macaron oder ein kleines Olivenöl mit Namen und Tischnummer. Das wirkt hochwertig und wird später auch genutzt.“
Morina Weddings & Events
„Dürfen wir als Brautpaar verschwinden oder müssen wir uns von allen Gästen persönlich verabschieden?“
„Ein Brautpaar darf den Abend ganz nach den eigenen Vorstellungen beenden, auch ohne sich von jedem Gast persönlich zu verabschieden. Wichtig ist, dass die Gäste sich wertgeschätzt fühlen. Eine kurze Dankesrede oder ein bewusst geplanter Abschied schafft hier einen schönen Rahmen. Wer sich leise zurückziehen möchte, kann dies ebenfalls tun, idealerweise gut vorbereitet und mit Unterstützung von Trauzeugen oder Planer, damit der Moment stimmig bleibt.“
Lilypad Weddings & Events