Kristina

Content creator

Interview mit Elke Nehring: „Das Schönste an einer Hochzeit lässt sich gar nicht planen.“

Wie gelingt eine stressfreie Hochzeitsplanung ohne starre Vorgaben? Hochzeitsplanerin Elke Nehring erklärt im Interview, wie Brautpaare das passende Hochzeitskonzept finden, Budgets sinnvoll einsetzen und ihren eigenen Stil umsetzen.

Wie gelingt eine stressfreie Hochzeitsplanung ohne starre Vorgaben? Hochzeitsplanerin Elke Nehring erklärt im Interview, wie Brautpaare das passende Hochzeitskonzept finden, Budgets sinnvoll einsetzen und ihren eigenen Stil umsetzen.

Elke Nehring plant seit über 20 Jahren Hochzeiten mit Gefühl.
Foto: @business_glow_creator

Wann sollte man mit der Hochzeitsplanung beginnen?

„Ich könnte dir jetzt sagen: zwölf bis achtzehn Monate. Diese Empfehlung liest man fast überall. Aber für mich ist das nur ein kleiner Teil der Wahrheit. In mehr als zwanzig Jahren als Hochzeitsplanerin habe ich Hochzeiten in drei oder vier Tagen geplant und andere über mehrere Jahre begleitet. Irgendwann habe ich aufgehört, als Erstes auf den Kalender zu schauen.

Heute frage ich mich viel mehr, welches Gefühl ein Paar von diesem Tag mit nach Hause nehmen möchte. Wie möchten die beiden heiraten? Wie stellen sie sich ihren Tag vor? Was soll bleiben, wenn das Fest vorbei ist? Erst wenn ich das weiß, kann ich einschätzen, wie viel Zeit diese Hochzeit wirklich braucht.

Natürlich gibt es Wünsche, die mehr Vorlauf brauchen. Eine besondere Location oder ein Termin in der Hauptsaison gehören dazu. Trotzdem habe ich oft erlebt, dass Hochzeiten mit ganz wenig Zeit genauso besonders waren wie Hochzeiten, die lange geplant wurden. Vielleicht gibt es deshalb bis heute für mich keinen perfekten Zeitpunkt. Er beginnt in dem Moment, in dem ein Paar seine eigene Hochzeit plötzlich vor sich sehen kann. Denn genau dort beginnt für mich jede Hochzeitsplanung.“

Werbung

Echte Geschichten. Echte Emotionen.

Auf Facebook teilen wir mit euch die schönsten Hochzeitsmomente aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Lernt inspirierende Paare kennen, entdeckt traumhafte Locations und erfahrt, welche Ideen eure Feier besonders machen. Tretet unserer Community bei und plant euren Tag mit Herz und Stil.
Echte Geschichten. Echte Emotionen.
Banner für Facebook des Braut & Bräutigam Magazin auf @brautmagazin

Wie findet man das passende Hochzeitskonzept?

„Viele Paare sitzen bei unserem ersten Gespräch mit mehreren hundert Fotos auf ihrem Handy vor mir. Jede einzelne Aufnahme ist wunderschön. Aber zusammen erzählen sie oft zehn verschiedene Hochzeiten. Da ist eine freie Trauung am Meer, eine elegante Schlosshochzeit, ein romantischer Gutshof, eine Scheune mit Lichterketten. Dazu Stoffe, Blumen und Farben, die für zehn verschiedene Hochzeiten reichen würden.

Dann schiebe ich das Handy erst einmal zur Seite. Denn das, was ich wissen möchte, finde ich auf keinem einzigen Foto. Ich möchte wissen, wer die beiden sind. Wie sie leben. Was ihnen wichtig ist. Worüber sie lachen. Und was sie ihren Gästen einmal mit auf den Weg geben möchten.

Erst dann sprechen wir über alles andere. Aus vielen einzelnen Ideen wird plötzlich ein roter Faden. Die Bilder auf dem Handy spielen auf einmal keine Rolle mehr. Stattdessen sehen die beiden ihre eigene Hochzeit vor sich. Genau in diesem Moment weiß ich: Jetzt haben wir ihr Hochzeitskonzept gefunden.“

Wo können Paare sinnvoll sparen, ohne dass die Hochzeit an Qualität verliert?

„Ich plane Hochzeiten mit ganz unterschiedlichen Budgets. Was ich dabei immer wieder erlebe: Ein größeres Budget eröffnet mehr Möglichkeiten. Aber es entscheidet nicht darüber, ob eine Hochzeit unvergesslich wird. Wenn ein Paar zu mir sagt: „Wir müssen sparen“, frage ich: „Was ist euch wirklich wichtig? Worauf könnt ihr gut verzichten? Und was wäre einfach nur schön?“

Deshalb spreche ich nicht zuerst über Zahlen, sondern über Prioritäten. Erst wenn klar ist, was einem Paar wirklich am Herzen liegt, überlegen wir gemeinsam, wie sich das Budget sinnvoll einsetzen lässt.

Viele Paare möchten zuerst bei den Einladungen sparen. Ich sehe das etwas anders. Für mich ist die Einladung die Visitenkarte einer Hochzeit. Sie ist das Erste, was die Gäste von diesem besonderen Tag sehen, und vermittelt schon einen Eindruck von dem, was sie erwartet. Deshalb muss sie nicht aufwendig gedruckt sein. Eine liebevoll gestaltete digitale Einladung kann genauso persönlich sein. Und wenn sich ein Paar für gedruckte Einladungen entscheidet, lohnt sich auch ein Blick auf das Format. Manche Karten verursachen deutlich höhere Portokosten. Oft lässt sich schon dadurch Geld sparen, ohne dass die Einladung an Wirkung verliert.

Auch bei der Floristik gibt es viele Möglichkeiten. Die Blumen der Trauung müssen nach dem Ja-Wort nicht verschwinden. Ich setze sie anschließend gern noch einmal im Eingangsbereich, am Buffet oder an der Bar ein. So begleiten sie die Gäste den ganzen Tag und erfüllen gleich mehrere Aufgaben.

Mein Rat ist deshalb: Spart nicht überall ein bisschen. Überlegt zuerst, was euch wirklich wichtig ist. Genau dort sollte euer Budget seinen Platz haben.“

Was ist der häufigste Fehler, den Brautpaare bei der Planung machen?

„Ich glaube, der häufigste Fehler ist, dass viele Paare sich zuerst Gedanken darüber machen, wie ihre Hochzeit aussehen soll, statt darüber zu sprechen, wie sie ihren Tag gemeinsam erleben möchten. Sie lassen sich von Trends inspirieren, hören auf die Meinungen anderer und verlieren dabei leicht aus dem Blick, was ihnen selbst wirklich wichtig ist.

Mein Rat ist deshalb: Bevor ihr die erste Location besichtigt oder den ersten Dienstleister bucht, nehmt euch einen Abend nur für euch beide. Ohne Pinterest, ohne Instagram und ohne die Meinungen anderer. Stellt euch gegenseitig drei Fragen:

  • Was ist mir an unserem Hochzeitstag wirklich wichtig?
  • Worauf könnte ich gut verzichten?
  • Woran möchten wir uns in zehn Jahren noch erinnern?

Ich erlebe immer wieder, dass viele Entscheidungen plötzlich ganz leicht werden, wenn Paare diese Fragen ehrlich beantworten. Dann entsteht keine Hochzeit, die anderen gefallen soll, sondern eine Hochzeit, die wirklich zu ihnen passt.“

Was macht eine Hochzeit wirklich unvergesslich?

„‚Unvergesslich‘ ist ein großes Wort. Für das Brautpaar und die Menschen, die es lieben, wird dieser Tag immer unvergesslich sein. Aber wenn wir von einer unvergesslichen Hochzeit sprechen, meinen wir meist einen Tag, an den sich auch Jahre später alle gerne erinnern.

Unvergessliches sieht man nicht auf Fotos. Fotos zeigen Kleider, Blumen und festlich gedeckte Tische. Was sie nicht zeigen, sind die Gefühle und Begegnungen, die diesen Tag unvergesslich gemacht haben. In über zwanzig Jahren als Hochzeitsplanerin habe ich eines immer wieder erlebt: Für eine unvergessliche Hochzeit gibt es kein Rezept. Die Hochzeiten, über die auch Jahre später noch gesprochen wird, unterscheiden sich in Budget, Stil und Größe oft völlig. Was sie verbindet, ist etwas anderes: Das Brautpaar genießt seinen Tag sichtbar. Die Gäste fühlen sich nicht nur eingeladen, sondern als Teil dieses Tages. Es wird herzlich gelacht, ehrlich geweint und von Herzen gefeiert.

Deshalb würde ich jedem Brautpaar empfehlen, sich bei jeder Entscheidung zu fragen: Werden wir und unsere Gäste uns in zehn Jahren noch daran erinnern oder sieht es einfach nur schön aus? Manchmal sind es gerade die kleinen Gesten, die bleiben. Ich erinnere mich an ein Brautpaar, das jedem Gast ein paar persönliche, handgeschriebene Zeilen an den Platz gelegt hatte. Kein langer Brief. Nur ein paar ehrliche Worte. Später erzählte mir das Brautpaar, dass viele Gäste diese kleinen Karten bis heute aufbewahrt haben.

Unvergessliches sieht man nicht auf Fotos. Es zeigt sich Jahre später, wenn Menschen sich begegnen und sagen: ‚Weißt du noch?‘“

Wie vermeidet man Stress und Streit während der Hochzeitsplanung?

„Stress entsteht selten wegen der Hochzeit selbst. Meist entsteht er, weil plötzlich unglaublich viele Stimmen mitreden. Die Familie, Freunde, Trauzeugen, soziale Medien und unzählige Inspirationen im Internet. Irgendwann fällt es vielen Brautpaaren schwer, noch zu unterscheiden, was sie selbst eigentlich möchten.

Ich erlebe häufig, dass Bräute hunderte oder sogar tausende Bilder auf ihrem Handy speichern. Heute gefällt ihnen eine Dekoration, morgen entdecken sie eine neue und übermorgen wird wieder alles infrage gestellt. Das kostet Zeit, Nerven und führt oft zu unnötigen Diskussionen.

Mein Rat ist deshalb: Trefft gemeinsam Entscheidungen und traut euch, dabei zu bleiben. Ihr müsst eure Hochzeit nicht jeden Tag neu erfinden. Und versucht nicht, es allen recht zu machen. Das wird nicht gelingen. Fragt euch stattdessen immer wieder: Ist das wirklich unsere Entscheidung oder erfüllen wir gerade die Erwartungen anderer?

Genauso wichtig ist aber noch etwas anderes: Vergesst in dieser Zeit eure Beziehung nicht. Die Hochzeitsplanung darf nicht zum Mittelpunkt jeder Unterhaltung werden. Gönnt euch ganz bewusst einen Abend nur für euch. Geht essen, ins Kino oder macht einen Spaziergang. Ganz egal, was ihr unternehmt. An diesem Abend ist die Hochzeit tabu. Sprecht über euch, lacht miteinander und genießt einfach die Zeit als Paar. Denn am Ende geht es nicht darum, die perfekte Hochzeit zu planen. Es geht darum, dass ihr euch auf eure Ehe freut.“

Wedding Guide experts

sagJA-im Salzkammergut

sagJA-im Salzkammergut

Hochzeitsplaner
: sagJA-im Salzkammergut
Hochzeitsagentur Kärnten

Hochzeitsagentur Kärnten

Hochzeitsplaner
: Hochzeitsagentur Kärnten
Weddingdreams Salzburg

Weddingdreams Salzburg

Hochzeitsplaner
: Weddingdreams Salzburg
Suchen in Hochzeitsplaner

Was ist der größte Fehler beim Ablaufplan?

„Der größte Fehler ist ein viel zu eng getakteter Ablaufplan. Eine Hochzeit ist ein emotionales Fest und kein Kongress. Ich erlebe immer wieder, dass Brautpaare versuchen, jede Minute zu verplanen. Dabei lässt sich das Schönste an einer Hochzeit gar nicht planen. Menschen umarmen sich, Gespräche entstehen, Glückwünsche dauern länger als gedacht und manchmal möchte man einen Augenblick einfach festhalten.

Ein guter Zeitplan lässt deshalb immer Luft zum Atmen. Nicht nur für das Brautpaar, sondern auch für die Gäste. Findet eure Trauung bereits am Vormittag statt, denkt auch an den weiteren Tagesablauf. Ein kleiner Empfang mit Fingerfood oder ein leichtes Mittagessen und anschließend eine Pause bis zum Abendempfang sind oft angenehmer, als alle Gäste den ganzen Tag ohne Unterbrechung im Programm zu halten.

Und plant ganz bewusst einen kleinen Moment nur für euch beide ein. Ohne Termine, ohne Gäste und ohne den Blick auf die Uhr. Oft sind es genau diese wenigen Minuten, an die sich Brautpaare noch Jahre später erinnern.“

Was tun, wenn am Hochzeitstag etwas schiefgeht?

„Nach meiner Erfahrung lassen sich die meisten Probleme durch eine gute Planung vermeiden. Deshalb lohnt es sich, wichtige Dinge im Vorfeld gut zu durchdenken. Findet die Trauung oder der Empfang im Freien statt, sollte es immer eine Alternative geben, falls das Wetter nicht mitspielt. Und diese Alternative sollte sich genauso gut anfühlen wie der ursprüngliche Plan.

Natürlich kann niemand alles beeinflussen. Aber wenn doch einmal etwas anders läuft als geplant, versucht nicht, euch den ganzen Tag davon bestimmen zu lassen. Nicht das Missgeschick entscheidet über euren Hochzeitstag, sondern wie ihr damit umgeht.

Eins kann euch an diesem Tag niemand mehr nehmen: Ihr habt heute Ja zueinander gesagt. Nur das zählt. Lasst euch diesen Augenblick nicht von einer Kleinigkeit nehmen. Die Menschen, die euch lieben, sind nicht gekommen, um nach Fehlern zu suchen. Sie sind gekommen, um diesen besonderen Tag mit euch zu feiern. Perfektion ist kein Gefühl. Glück schon.“