Irina Reitbauer: Fotografin für Hochzeiten und Elopements in den Bergen
Irina Reitbauer ist die Fotografin hinter EverWildHeart Photography und hat sich auf Hochzeiten und Elopements in den Bergen spezialisiert. Von ihrem Zuhause in Österreich aus führt ihre Arbeit sie durch die schönsten Alpenregionen, vom Salzkammergut über das Berchtesgadener Land bis in die Dolomiten. Im Interview erzählt sie, wie sie es schafft, dass sich Paare vor der Kamera wohlfühlen, warum die beste Vorbereitung schon lange vor dem eigentlichen Shooting beginnt und welche Momente eines Hochzeitstags oft übersehen werden.
Irina Reitbauer ist die Fotografin hinter EverWildHeart Photography und hat sich auf Hochzeiten und Elopements in den Bergen spezialisiert. Von ihrem Zuhause in Österreich aus führt ihre Arbeit sie durch die schönsten Alpenregionen, vom Salzkammergut über das Berchtesgadener Land bis in die Dolomiten. Im Interview erzählt sie, wie sie es schafft, dass sich Paare vor der Kamera wohlfühlen, warum die beste Vorbereitung schon lange vor dem eigentlichen Shooting beginnt und welche Momente eines Hochzeitstags oft übersehen werden.
Magst du dich kurz vorstellen: Wer bist du, wo arbeitest du und worauf hast du dich als Fotografin spezialisiert?
„Ich bin Irina, Fotografin hinter EverWildHeart Photography und spezialisiert auf Hochzeiten und Elopements in den Bergen. My Zuhause ist in Österreich, meine Arbeit führt mich aber durch die schönsten Alpenregionen – vom Salzkammergut und Salzburger Land über das Berchtesgadener Land bis in die Dolomiten.
Meine Bildsprache verbindet echte, ungestellte Momente mit eindrucksvollen Landschaften und bewusst geplantem Licht. Gerade bei Mountain Elopements beginnt meine Arbeit deshalb oft lange vor dem eigentlichen Shooting: mit Location- und Lichtplanung, Wetteralternativen, Logistik und Ideen für einen Tag, der wirklich zum Paar passt.
Am wichtigsten ist mir dabei, dass sich die Hochzeit niemals wie eine Fotoproduktion anfühlt. Die Paare sollen ihren Tag wirklich erleben und ich halte ihn so fest, dass sich die Bilder auch Jahre später noch genauso echt anfühlen.“
Wie schaffst du es, dass sich Hochzeitspaare vor der Kamera wohlfühlen und loslassen?
„Ich glaube, der wichtigste Punkt ist: Sie müssen gar nicht erst ‚gut vor der Kamera‘ sein.
Sehr viele Paare erzählen mir vorab, dass sie unfotogen seien, nicht wissen, was sie mit ihren Händen machen sollen oder sich beim Posieren einfach komisch fühlen. Und ganz ehrlich – ich kann das total verstehen. Wenn man normalerweise nicht vor einer Kamera steht, wäre es eher seltsam, plötzlich zwanzig perfekte Posen abrufen zu können.
Deshalb lasse ich meine Paare nicht einfach irgendwo stehen und sage: ‚So, jetzt seid romantisch.‘ Ich gebe ihnen eher kleine Impulse, bringe Bewegung hinein, lasse sie miteinander reden, laufen, lachen oder einfach kurz ihr Ding machen. Oft fotografiere ich auch schon weiter, wenn sie denken, der eigentliche ‚Fotomoment‘ wäre längst vorbei.
Und genau da entstehen meistens meine Lieblingsbilder.
Ich möchte nicht, dass ein Paar nach dem Shooting sagt: ‚Wir haben das Fotografieren gut überstanden‘, sondern eher: ‚Das hat sich eigentlich überhaupt nicht wie ein Shooting angefühlt.‘“
Golden oder Blue Hour Shooting?
„Kann ich beides haben? Die Golden Hour ist natürlich unglaublich schön – gerade in den Bergen. Das Licht wird weicher und wärmer, plötzlich bekommt die Landschaft Tiefe, Bergkanten beginnen zu leuchten und selbst Orte, die tagsüber eher hart wirken, verändern komplett ihre Stimmung.
Aber ich würde nach Sonnenuntergang niemals sofort die Kamera einpacken.
Die Blue Hour hat etwas ganz anderes: ruhiger, intimer, teilweise fast ein bisschen filmisch. Die Berge werden dunkler, Farben werden kühler und alles fühlt sich plötzlich viel stiller an.
Deshalb plane ich Shootings auch sehr gerne mit dem Licht und nicht nur nach der Uhrzeit. Gerade in den Bergen ist ‚Sonnenuntergang um 20:30 Uhr‘ nämlich nur die halbe Wahrheit – je nachdem, wo man steht, kann die Sonne schon viel früher hinter einem Berg verschwinden.
Für mich gehört diese Planung genauso zur Fotografie wie die Kamera selbst. Manchmal entscheiden zwanzig Minuten darüber, ob ein Ort einfach schön aussieht – oder wirklich magisch.“
Gibt es Momente, die oft übersehen werden, die du als besonders schön empfindest?
„Ja und interessanterweise sind es für mich oft nicht einzelne Sekunden, sondern Zeit füreinander, die auf Hochzeitstagen übersehen wird. Gerade größere Hochzeiten sind schnell komplett durchgetaktet: Getting-ready, Trauung, Gratulationen, Gruppenfotos, Empfang, Torte, Reden, Dinner, Programmpunkte … und irgendwann merkt man, dass das Paar zwar einen wunderschönen Tag für alle organisiert hat, aber selbst kaum zehn Minuten miteinander verbracht hat. Dabei darf man an seiner Hochzeit wirklich machen, was man möchte. Man kann gemeinsam irgendwo verschwinden, auf einen Berg fahren, ein Bier trinken, barfuß an einen See gehen, Kaiserschmarrn essen, wandern, bei Sonnenuntergang einfach nur nebeneinandersitzen oder etwas machen, das überhaupt nichts mit einer ‚klassischen Hochzeit‘ zu tun hat – aber dafür hundert Prozent mit einem selbst. Ich finde, man braucht nicht möglichst viele Programmpunkte, damit sich ein Hochzeitstag besonders anfühlt. Oft ist es genau andersherum. Weniger Programm schafft mehr Raum für das, worum es eigentlich geht. Und genau in diesen ungeplanten Zwischenräumen entstehen meistens auch die Bilder, die Jahre später am meisten bedeuten.“
Welchen Teil deiner Arbeit sehen Außenstehende oft nicht?
„Wahrscheinlich, wie viel Arbeit und Vorbereitung passiert, lange bevor ich überhaupt eine Kamera in der Hand habe.
Gerade bei Elopements in den Bergen beginnt meine Arbeit oft schon bei der Frage: Wie soll sich dieser Tag eigentlich anfühlen? Danach geht es nicht nur darum, einen fotogenen Ort zu finden. Die Location muss zur Vision des Paares passen, aber genauso zu Kondition, Jahreszeit, gewünschtem Abenteuerlevel und dem, was an diesem Tag realistisch machbar ist.
Ich stelle deshalb oft verschiedene Möglichkeiten für eine Region zusammen – inklusive Logistik, Erreichbarkeit und Aktivitäten, die sich gut in den Tag integrieren lassen. Das kann eine kleine Wanderung sein, ein Picknick, ein richtig gutes Essen irgendwo mit Bergblick oder etwas, was das Paar lange zusammen ausprobieren möchte. Bei längeren Adventure-Elopements gehört für mich auch dazu, mitzugeben, was sinnvollerweise in den Rucksack gehört oder wo man unterwegs einkehren kann.
Dazu kommen Empfehlungen für passende Dienstleister vor Ort – zum Beispiel Floristik, Hair & Make-up oder kleine Hochzeitstorten – und natürlich die fotografische Planung selbst: Wann haben wir an welchem Ort das schönste Licht? Wann verschwindet die Sonne tatsächlich hinter dem Berg? Wo sind morgens weniger Menschen? Welche Alternative funktioniert, wenn das Wetter kippt?
Gerade in den Bergen ist diese Vorbereitung unglaublich wichtig. Gleichzeitig muss man am Hochzeitstag flexibel bleiben. Wetter verändert sich schnell, Wolken ziehen anders als vorhergesagt, ein Gipfel steckt plötzlich im Nebel oder auf der anderen Talseite öffnet sich gerade ein perfektes Wetterfenster. Dann muss ich einschätzen können, ob wir unseren Plan einfach weiterlaufen lassen – oder ob es gerade sinnvoller ist, spontan umzudenken und vielleicht sogar auf einen anderen Berg zu wechseln.
Mein Ziel ist dabei immer, dass das Paar von all diesen Überlegungen möglichst wenig Stress mitbekommt. Der Tag soll sich nach Abenteuer und Hochzeit anfühlen – nicht nach Logistikprojekt oder Fotoproduktion.
Und wahrscheinlich ist genau das der Teil meiner Arbeit, den man auf dem fertigen Bild später überhaupt nicht sieht. Im besten Fall sieht man nur zwei Menschen, die gerade komplett in ihrem Moment sind.“